• hrammler

9.-10.7.2019 Von San Francisco nach Philadelphia


9.7.2019 - 5 Uhr! Nicht ganz so früh wie sonst, aber auch noch früh genug läutet der Wecker. Wir stehen sofort auf und machen uns fertig für den Abmarsch. Wir müssen zu Fuß auf der 26th Street bis zur Mission Street und dort in den Bus bis zur 24th Street. Von dort geht es mit dem U-Bahnzug direkt zum Flughafen. Als wir an der Busstation stehen, kommt ein Taxi. Wir lassen uns aufnehmen und fahren zum Preis des Busses direkt zur Zugstation. Die Tickets für den Zug zum Flughafen haben wir schon gestern gekauft. Wir warten nicht lange in der Station. Die Fahrt zum Flughafen dauert eine knappe halbe Stunde. Wir müssen zum Terminal 2, dem Domestic. Das geht mit einem führerlosen, schienengebundenen Airportshuttle.

Der Check in ist schnell erledigt. Wir haben bereits gestern online eingecheckt und müssen uns am Kiosk nur noch die Boardingpässe und die Tags für das Gepäck ausdrucken. Für Jedes Gepäckstück sind 30 US$ zu bezahlen. Das ist bei den Flügen in Amerika so üblich. Man bucht nur den Flug. Das Gepäck wird dann nach Stückzahl und Gewicht am Flughafen verrechnet. Es gibt aber transparente und faire Preislisten. Man zahlt mit Kreditkarte in Selbstbedienung am Kiosk.

Auf unseren Boardingpässen sind keine Sitzplätze zugewiesen. Wir sollen uns beim Gate am Schalter für die Sitzplatzzuordnung melden. Das tun wir, nachdem wir uns ein Frühstück gegönnt haben. Am Schalter beim Gate werden wir zunächst ersucht, zu warten. Wir werden per Namen aufgerufen. Die Anzeige zeigt bereits eine Verspätung an. Abflug ist nicht planmäßig um 8:25 Uhr sondern um 9:00 Uhr. Da noch nicht einmal ein Flugzeug beim Gate steht, habe ich Zweifel, ob sich das ausgehen kann. Es ist immerhin bereits nach halb acht. Wir setzen uns hin und warten. Es kommen immer wieder Fluggäste, die zum Schalter gehen und Tickets erhalten. Es gibt Durchsagen vom Schalter, die wir nicht verstehen und irgend etwas mit Volonteers zu tun haben. Wir kennen uns nicht aus. Ich frage erneut nach. “It’s all done” wird uns versichert. Wir sollen warten.

Das Boarding beginnt und wir haben immer noch keine Sitzplätze. Langsam werden wir nervös. Ich gehe nochmals zum Podium und erkläre, dass wir das nicht verstehen und ob wir sicher Plätze bekommen. Es wird uns versichert, dass genügend Plätze da sind. Sicherheitshalber bleiben wir beim Desk stehen, damit nicht auf uns vergessen wird. Schön langsam sind alle Fluggäste im Flugzeug nur wir und ein Familie mit zwei Kindern nicht. Auch die Mutter ist bereits etwas entnervt, sie bekommen aber die Tickets. Schließlich bekommen auch wir die letzten Boardingpässe. Da steht die Mutter wieder da und beschwert sich, dass ein Sitzplatz woanders ist. Heidi bietet ihr unsere Plätze an, damit sie wenigstens mit ihrer Tochter beisammen sitzen kann. Sie willigt ein und bedankt sich.

Im Flugzeug gibt es dann noch einmal Verwirrung, weil der Vater nicht versteht, warum ich plötzlich neben ihm sitze. Ich versuche ihm die Sache zu erklären, er versteht aber nicht. Da kommt die Mutter und ich bitte sie, die Sache aufzuklären, was sie auch macht. Sie nimmt dann mit ihrer Tochter unsere Plätze ein. Heidi sitzt weit vorne, ich weit hinten.

Viel hat die ganze Aktion aber nicht gebracht. Drei von den vier hätten in der Reihe Platz gehabt, in der ich jetzt mit Vater und Sohn sitze und ein Erwachsener hätte halt dort sitzen müssen, wo jetzt Heidi sitzt. Dafür haben wir zwei schöne Plätze beidseits des Ganges verloren, wo jetzt Mutter und Tochter auch nicht direkt beisammen sitzen.

Wir heben dann um viertel elf mit fast zwei Stunden Verspätung ab. San Francisco ist mit Hochnebel bedeckt. Nach wenigen Minuten Flugzeit, lassen wir aber den Nebel hinter uns und es wird strahlend sonnig.

Unter uns verändert sich die Landschaft permanent von zunächst wüstenhaft auf später hügelig und sogar Gebirge mit Schnee auf den Bergen bis zu den Salzwüsten.

Und dazwischen immer wieder Ackerland, Ackerland und nichts als Ackerland.

Wir verlassen Kalifornien und überfliegen Nevada, Utah, Colorado, Kansas Missouri, Illinois, Indiana, Ohio und landen schließlich in Philadelphia (Pennsylvania) bei fast durchgehend wolkenlosem Himmel.

Nach dem Gate, vor dem Baggage Claim wartet schon Cousine Sybille auf uns. Wir begrüßen uns herzlich. Sybille hat auf unseren Besuch schon seit Wochen gewartet. Als klar war, dass wir nicht nach Galapagos und Equador fahren, und unsere Rückreise über die USA führen wird, haben wir uns bei ihr bei gemeldet und unseren Besuch angekündigt. Das war vor rund 10 Wochen. Wir holen unser Gepäck und gehen zum Auto. Wir fahren zu ihrem Haus westlich von Philadelphia. Auf dem Weg dort hin kaufen wir noch in einem Supermarkt Wein, Bier und Brot für das Abendessen.

Das Haus ist 10 Jahre alt, groß und geräumig. Die Gegend hier ist sanfthügelig und bewaldet, durchsetzt mit Wiesen und Weiden. Es ist wunderschön hier und erinnert an den Wienerwald. Die Häuser und Gärten sind gepflegt und gut in Stand gehalten. Der Baustil ist ähnlich wie in Dänemark und Südengland. Auch die öffentlichen Anlagen sind sehr gepflegt.

Am Abend sitzen wir zusammen und essen die Suppe, die Sybille und Heidi gekocht haben. Wir plaudern über dieses und jenes und planen die nächsten Tage. Sybille hat sich 3 Tage Urlaub für uns genommen. Wir wollen am Donnerstag mit dem Zug nach New York fahren.


Wir haben bereits Karten für uns drei für das Empire State Building über das Internet gekauft. Die beste Verbindung ist von Paoli aus. Von dort geht ein Zug direkt zur Penn Station in Manhattan. Wir werden eine Nacht bleiben und erst am Freitag wieder zurückfahren. Dann haben wir die Möglichkeit am Abend etwas zu unternehmen.

Wir buchen ein Zimmer im Hotel Intercontinental in der 44th Street Nähe Times Square um 378 US$. Das ist einigermaßen günstig. Wir sitzen noch lange beisammen. Wir sind nicht müde. Für uns ist es gefühlt erst 19 Uhr, als wir um 01:00 Uhr ins Bett gehen.

















10.7.2019 - Ich habe bis 12 Uhr geschlafen. Heidi ist bereits vor mir aufgestanden und sitzt mit Sybille unten in der Küche. Sie trinken Kaffee und essen Frühstück. Wir beschließen heute keine großen Sachen zu unternehmen und uns in der Gegend herumzutreiben.

Am frühen Nachmittag fahren wir nach Paoli zum Bahnhof und erkundigen uns nach einer Direktverbindung und dem Fahrpreis. Es gibt einen Direktzug über Philadelphia. Die Fahrtzeit beträgt zwei Stunden. Der Preis 60 US$ pro Person einfache Fahrt. Der Zug hat keinen festen Takt, fährt laut Fahrplan aber alle 1-2 Stunden.

Anschließend fahren wir nach Malvern, einem netten, kleinen Ort mit Einkaufs- und Einkehrmöglichkeiten. Heidi kauft sich in einer Botique zwei Hosen für New York, weil sie nichts passendes hat und wir gehen ins “Flying Pig” auf einen kleinen Lunch. Das Essen hier in den Lokalen ist zwar teurer als bei uns, dafür sind aber auch die Portionen viel größer. Heidi und ich bestellen uns ein Sandwich gemeinsam und haben reichlich zu essen. Sandwich klingt nach nicht viel, ist hier aber meistens eine warme Mahlzeit mit Salat und Pommes Frittes.

Dann fahren wir noch auf die Pferderanch, wo Sybille ihr Pferd eingestellt hat. Ein schönes Tier. Sie holt es aus der Box, nimmt es an die Leine und wir gehen mit ihm auf die Wiese zum Grasen.

Dann haben wir genug für heute und fahren nach Hause. Wir suchen im Internet nach einer netten Show in einem Brodway Theater. Die Bezeichnung Brodway Theater hat nichts mit der Lage am Brodway zu tun, sondern mit der Anzahl der Sitzplätze. Jedes Theater in Manhattan mit 500 Plätzen und mehr ist ein Brodway Theater. von 100 bis 499 ein Off Brodway Theater und unter 100 ein Off Off Brodway Theater.

Wir bestellen Karten für morgen 11.7.2019 für das Musical Chicago im Ambassador Theatre in der 219 W 49th St. Wir sind verblüfft, dass wir so kurzfristig, relativ günstig etwas bekommen. Die Karten kosten 79 US$ pro Sitzplatz. Man muss bei den Preisen allerdings achtsam sein. Oftmals wird der Preis vor Steuern ausgewiesen und es kommt noch etwas dazu. Es ist nicht wie bei uns, dass ein Kunden Endpreis angeschrieben werden muss. Das kann einem übrigens überall passieren.

Nachdem wir die Karten bestellt haben, machen wir uns einen Salat. Als wir den Essen ist es bereits wieder halb elf. Um elf machen wir uns auf ins Bett. Morgen müssen wir wieder früher aufstehen. Wir wollen mit dem Zug um 8:14 Uhr nach New York fahren.

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