• hrammler

7.4.2019 - Where the hills feel like mountains - der Pinnacles Classic Trailrun

Aktualisiert: 11. Apr 2019


Gegen 05:15 Uhr, es ist noch dunkel, höre ich ein Auto kommen, das mich aus dem Schlaf holt. Ich schiebe den Vorhang ein wenig zur Seite und schaue nach draußen. Jemand öffnet das Metallgatter das den Weg zum Reservoir versperrt. Die Person trägt eine Warnweste mit der Aufschrift Crew. Ich denke mir, die gehört sicher zum Organisationsteam. Heidi neben mir wird wach. Wir müssen beide aufs Klo. Wir beraten kurz wie wir das anstellen wollen, denn Toilettanlagen gibt es am Parkplatz nicht. Wir warten einmal ab. Vielleicht fährt das Auto ja weiter nach hinten. Die Person nimmt beim Tor Aufstellung. Währenddessen kommt ein weiteres Fahrzeug und kurz danach noch eines. Gut! denken wir. Also raus aus dem Camper. Als ich die Schiebetür öffne und nach draußen schaue, ruft mir eine weibliche Stimme zu:”sorry! I did’nt want to wake you up” um gleich die Frage nachzuschieben “are you Hannes?” Aha denke ich mir, die warten also schon auf mich und antworte “yes I am”.

Die Monate zuvor hatte ich bereits per e-mail einen regen Kontakt mit Peter Walker, dem Racdirector aufgebaut. Das heutige Rennen findet in einem Nationalpark statt und das Teilnehmerfeld ist auf 170 Personen beschränkt. Gefunden hatte ich es als ich Mitte 2018 nach einem geeigneten Trailrun auf unserer Reiseroute an der Ostküste suchte, der auch zeitlich passt. Da ich die Anmeldefrist nicht versäumen und bei dem Rennen unbedingt dabei sein wollte, hatte ich damals Kontakt mit Peter aufgenommen um zu erfragen, ob denn ein Startplatz für mich reserviert werden könnte. Peter war begeistert, dass sich ein Österreicher für das Rennen interessiert. Noch nie hatte die TRAQ (Trail Running Association Queensland) bei einer ihrer Veranstaltungen einen Österreicher am Start. Er sicherte mir einen Startplatz zu und versprach, mir ein Mail mit dem Anmeldelink zu schicken, wenn die Registrierung offen ist. Über die Monate schrieben wir uns dann immer wieder. Im Jänner 2019 habe ich mich dann als Mitglied in der TRAQ eingetragen und Ende Februar, kurz vor unserer Abreise für das Rennen angemeldet.

Und da waren wir nun also. Nachdem ich mich mit der Frau am Gatter ein wenig unterhalten hatte, war an Schlaf sowieso nicht mehr zu denken. Außerdem hatte ich mir für 5:30 Uhr den Wecker gestellt. Die Startzeit war nämlich mit 6:40 Uhr! angesetzt.

Wir setzen uns ins Auto und ich richte mir meine Sachen her, tape meinen linken Fuß und die Achillessehne und ziehe mich an. Gemeinsam machen wir uns dann auf den Weg am Gatter vorbei zum Start/Ziel-Bereich, der direkt unter dem Staudamm des Gold Creek Reservoir gleich um eine Kurve ca. 200 m nach dem Parkplatz liegt, wo es zum Glück eine Toilette gibt. Es ist ca. 6 Uhr und bereits hell. Ich gehe zur Anmeldung und hole mir meine Startnummer.

Die Organisationscrew ist mit dem Aufbau beschäftigt. Die Grillstation wird hergerichtet. Der Ambulanzwagen ist bereits da und der Kaffeemann kommt mit seinem Stand. Nach und nach treffen die Teilnehmer ein.

Gestartet wird in 2 Wellen. Sie slow wafe startet um 6:40 Uhr. Jene mit den schnelleren Läufern 20 min später um 7:00 Uhr.

Kurz vor dem Start gibt es ein briefing mit Hinweisen zum Rennverlauf und der Streckenführung und -beschilderung. Bevor das aber passiert, ruft mich Peter Walter namentlich auf, stellt mich den anderen Teilnehmern vor und betont, dass ich aus Österreich komme um an dem Rennen teilzunehmen. Das wird von allen mit einem Applaus beantwortet. Ein herzlicher Empfang und eine wirklich nette Geste. Anschließend gehe ich zu Pete, wir kennen einander ja noch nicht, und begrüßte ihn. Ein sympatischer, herzlicher Mensch ungefähr meines Alters. Wir freuen uns sehr, einander endlich kennen zu lernen.

Er sagt mir, dass ich nach dem Rennen noch zu ihm kommen soll, weil er ein Geschenk für mich hat.

Peter und Hannes














Dann geht es los. 18 km und 18 Hügel mit insgesamt 735 Höhenmetern im Anstieg. Die Strecke führt über Forstwege durch eine liebliche und hügelige Landschaft.

Mein Trainingszustand ist nicht der Beste. In der Zeit von Ende Oktober bis kurz vor der Abreise war ich 3x krank und konnte nur wenig trainieren. Und während unserer Reise war das auch nicht wirklich möglich. Noch dazu hatte ich mir bei unseren Surfversuchen in Agnes Water eine schmerzhafte Verletzung unter dem rechten Rippenbogen zugezogen. Ich durfte also durchaus skeptisch sein, was meine Leistung bei dem Lauf anging bzw ob ich das überhaupt schaffe.

Der Track führt auf Forstwegen über die Hügel rund um das Gold Creek Reservoir.

Die ersten 5 Kilometer sind konditionell und kraftmäßig keine große Sache, obwohl ich bei km 5 bereits erste Anzeichen einer Übersäuerung bemerke. Die Hügel sind durchaus anspruchsvoll.


Die ersten 7,5 km mache ich in einer Stunde und bin damit eigentlich recht zufrieden. Bei km 10 spüre ich die Übersäuerung bereits deutlich. Ich merkte wie ich nach und nach langsamer werde und mich die teilweise sehr steilen Anstiege immer mehr fordern. Muskelkrämpfe wie ich sie in Schweden beim Icebug Expirience West Coast Trail ab km 15 hatte, bleiben aber zum Glück aus. Trotzdem wird ab km 15 auch das Bergablaufen bereits anstrengend und ich muss auch hier Tempo heraus nehmen.






Letzten Endes schaffe ich das Rennen aber mit einer Zeit von ca. 2 Stunden und 45 Minuten unter der geforderten Höchstzeit von 3 Stunden. Die Schmerzen unter dem rechten Rippen-bogen habe ich während des ganzen Rennens nicht gespürt (Voltadol forte sei Dank) und auch meine Achillessehne machte keine Probleme.


Nach dem Rennen plaudern wir noch eine Weile mit Peter Walker. Zum Andenken übergibt er mir ein Trinkglas mit Gravur und persönlicher Widmung. Ich freue mich sehr über diese Aufmerksamkeit.













Anschließend hole ich mir was zu trinken. Am Grillstand gibt es gegrillte Würstel auf Toastbrot mit Ketchup. Beim Kaffee, den wir uns bei Rashid, dem Kaffeestand-Betreiber holen lernen wir Barbara und Ernst Lang kennen. Ein Ehepaar aus der Schweiz, das schon seit 31 Jahren in Australien lebt. Wir unterhalten uns länger und tauschen Telefonnummern und e-mail Adressen aus.



Rashid stammt ursprünglich aus Marokko und macht auf seinem mobilen Stand ausgezeichneten Kaffee (www.facebook,com/Mycoffeebox). Er hat ca. 15 Jahre in Deutschland gelebt bevor er mit seiner Frau, die Australierin ist, hierher gekommen ist. Er spricht sehr gut Deutsch.



Man trifft hier relativ viele ausgewanderte, deutschsprachige Menschen. Auch beim Start hat mich ein Deutscher namens Wolfgang angesprochen, den ich nach dem Rennen aber leider nicht mehr gesehen habe.

Gegen 10:30 Uhr ist die ganze Sache dann auch schon wieder vorbei. Es wird auch ziemlich heiß und das erklärt mir die frühe Startzeit.

Wir fahren dann mit dem Camper nach Brookfield in den Ort zurück und holen uns im Brookfield General Store ein ordentliches Frühstück.

Anschließend fahren wir noch einmal an die Gold Coast zum Baden und blieben dort auch auf dem Treasure Island Caravan Park über Nacht. Auf der Fahrt dorthin kommen wir an dem indischen Restaurant Tandoori and Curry Hut vorbei, in dem wir mit Gertie und Thomas waren. Wir beschließen spontan die beiden anzurufen und sie am Abend zum Essen einzuladen. Um 19 Uhr treffen wir uns im Lokal und essen vorzüglich. Es war ein lustiger Abend und der würdige Abschluss eines schönen, erlebnisreichen Tages.

Morgen geht es dann zurück nach Brisbane, wo wir den Camper zurückgeben müssen.

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