• hrammler

6.5.-10.5.2019 Fiji

Aktualisiert: 17. Mai 2019



Fiji ist eigentlich ein Zufallsprodukt unserer Reise, das wir gar nicht auf dem Plan hatten. Ergeben hat sich das bereits sehr viel früher in Australien. Es ist aber nicht nur Fiji hinzugekommen. Es hat sich unser gesamter Reiseverlauf geändert. Aber Wie ist das gekommen?

Heidi kennt durch ihre Arbeit Erwin Pönitz, einen Berufskollegen. Dieser ist mittlerweile in Pension und mit seiner Frau Ingrid Schindler im Oktober 2016 von La Rochelle (Frankreich) zu einer Weltumsegelung aufgebrochen. Mit ihrem Katamaran, der SY-Crocodile, sind die beiden seit 10. November 2018 in Neuseeland. Wir verfolgen ihren Reiseverlauf immer wieder auf ihrer Website https://www.sy-crocodile.at. Als wir im März in Australien unterwegs waren, kamen wir auf den Gedanken, die beiden auf ihrem Boot zu besuchen, wenn wir in Neuseeland sind und haben über e-mail Kontakt aufgenommen. Und das womit wir niemals gerechnet hätten ist passiert. Im Antwortmail von Erwin Pönitz erhielten wir die Einladung auf dem Katamaran mitzusegeln. Und zwar entweder von Neuseeland aus über das Minervariff nach Tonga und weiter zu den nördlichen Tongainseln, oder von Nuku-Alofa auf Tonga zu den nördlichen Tongainseln. Als Segler war uns sofort klar, dass wir eine solche Einladung einfach nicht ausschlagen können.

Die beiden würden, nachdem Sie Anfang April nach Wien fliegen und dort einen Monat bleiben, Anfang Mai wieder in Neuseeland und gegen Ende Mai in Nuku-Alofa sein. Wir mussten unseren Reiseplan also zeitlich und örtlich anpassen.

Auf unseren Plan auf die Cook Inseln zu fahren hatte das keinen Einfluss. Aber wie die Zeit nach den Cook Inseln bis Ende Mai verbringen? Zwischenzeitlich auf die Galapagos Inseln zu fliegen erschien uns zu aufwändig, weil die Flugverbindung relativ schlecht ist und nur von Auckland und Australien aus Flüge nach Südamerika gehen und die auch nicht direkt nach Quito (Equador). Und dann das Ganze wieder retour und am Ende noch einmal nach Hause Richtung Österreich das wäre zu viel verschwendete Zeit und auch Geld. Nachdem wir alles gründlich überlegt und recherchiert hatten, beschlossen wir mehr Zeit im Südpazifik zu verbringen, Equador und Galapagos fallen zu lassen und auf eine andere Reise zu verschieben. Zumal nach dem Segeltörn zu den nördlichen Tongainseln auch langsam die Zeit knapp wird. Und so fiel unsere Wahl auf Fiji. Zum einen weil interessant und zum anderen deshalb weil Tonga von hier aus leicht zu erreichen ist. Von Fiji nach Tonga werden wir am 28.5.2019 fliegen


6.5.2019 - Für 3:30 Uhr ist der Wecker gestellt und auch ein Weckruf ausgemacht. Unsere innere Uhr sorgt aber dafür, dass wir bereits um 3:15 Uhr wach sind. Wir stehen auf, damit wir genügend Zeit haben. Unsere Koffer sind schnell gepackt und kurz nach halb vier gehen wir in die Hotellobby zum check out. Wir kaufen die Tickets für den Yellow Bus zum Flughafen gleich beim Concierge. Zeit für einen Kaffee ist auch noch. Den können wir uns bei der Kaffeemaschine im Frühstücksbereich gratis holen. Der Bus kommt pünktlich und benötigt cirka 25 Minuten zum international Terminal am Flughafen. Als wir gegen 4:30 Uhr zum Check In Schalter gehen teilt uns eine Mitarbeiterin mit, dass der Check in derzeit auf Grund eines Ausfalls des IT Systems nicht möglich ist. Wir stellen uns in der Schlange an und warten. Es tut sich nichts. Auch bei den anderen Airlines kann nicht eingecheckt werden. In mehr oder weniger regelmäßigen Abständen gibt es Lautsprecherdurchsagen die auf das Problem hinweisen. Das geht eine ganze Weile so. Wir stehen und warten. Zwischendurch suchen wir die Toilette auf und holen uns Kaffee und Croissants aus einem Cafe im Obergeschoss. Erst nach mehr als zweieinhalb Stunden Wartezeit kann der Check In dann endlich durchgeführt werden. Es ist erstaunlich wie gelassen die Menschen derartige Probleme im Flugverkehr hinnehmen. Im Bus- oder Bahnverkehr würde man solche Verspätungen niemals mit einer derartigen Geduld ertragen. Trotzdem läuft hier alles ruhig und gelassen ab.

Nach dem Einchecken gehen wir zügig durch die Pass- und Sicherheitskontrolle und zum Gate. Um 9 Uhr starten wir mit zweieinhalb Stunden Verspätung Richtung Fiji. Während des Fluges gibt es nur leichte Bewölkung und unter uns sehen wir nichts als das blaue Meer. Soweit das Auge reicht nichts als Pazifik. Und kurz vor Fidschi wieder diese wunderbaren Atolle mit ihrem Farbenspiel von blau bis türkis.




Wir landen auf Fiji so gegen 12 Uhr Ortszeit. Der Flughafen ist noch kleiner als jener in Rarotonga. Bereits beim Landeanflug, als wir von oben die Häuser sehen, ist klar, dass das hier ein ärmeres Land ist als die Cook Inseln. Dieser Eindruck bestätigt sich auch auf der Fahrt mit dem Taxi vom Flughafen zum Colo-I-Suva Rainforest Eco Resort. Auf dem Weg dorthin machen wir einen kurzen Abstecher nach Nausori um in einer Pharmacie ein Mosquitorepellent zu kaufen. Dort sind die Straßen schadhaft und die Gebäude schlecht in Stand gehalten. Der Müll liegt auf der Straße und am Straßenrand. Wir werden an Indien erinnert.

Das Resort liegt auf dem Weg von Nausori nach Suva neben der Straße. Das Restaurant ist schön und die Terrasse liegt direkt an einem Teich. An das Ufer des Teichs grenzt der Regenwald.




Wir essen eine Kleinigkeit, während wir auf den Check In bis 14 Uhr warten. Die Kleinigkeit ist wörtlich zu nehmen. Die Portionsgrößen sind sehr bescheiden und relativ teuer.

Die Anlage ist eigentlich recht nett aber das Zimmer ist äußerst basic. Sehr klein und ohne eigenes Bad, WC oder Waschgelegenheit. Es riecht muffig und dumpf. Das Bett ist durchgelegen. Die Bettwäsche ist zwar scheinbar gewaschen aber trotzdem schmuddelig. Wir wollen gar nicht wissen, wie es unter den Leintüchern aussieht. Wände, Türen und Einrichtungen sind abgeschmiert und verschmutzt.

Wir lassen unsere Sachen auf dem Zimmer und machen uns auf nach Suva, das ca 20 km entfernt liegt. Der öffentliche Bus bleibt direkt gegenüber dem Resort stehen, wenn man zu erkennen gibt, dass man mitfahren will. Nach kurzer Wartezeit kommt ein kleiner, weißer Bus der für uns aussieht wie ein Van. Er gibt Zeichen mit seiner Lichthupe, aber wir wissen das nicht richtig zu deuten. Er verzögert kurz seine Fahrt und fährt dann weiter. Ein Mitarbeiter des Resorts, der auf der gegenüberliegenden Straßenseite auf eine Mitfahrgelegenheit wartet, ruft uns zu, dass das ein Bus für uns gewesen wäre. Wir warten und der nächste kommt nach wenigen Minuten. Wir halten eine Hand nach draußen um anzuzeigen, dass wir mitfahren wollen. Der Bus fährt ohne weitere Reaktion an uns vorbei. Wir sind verblüfft. Erst später erkennen wir, dass der Bus nicht stehen bleibt, wenn er voll ist. Der nächste Bus kommt nach ca. 20 Minuten und nimmt uns auf. Die Fahrt führt zunächst durch den Wald. Nach kurzer Zeit erreichen wir die Vororte von Suva. Hier wohnen die Leute in desolaten Wellblech- und Holzhütten. In Suva angekommen steigen wir am Busterminal aus. Hier werden wird endgültig aus unserer Südseeidylle herausgerissen und landen auf dem harten Boden der Realität praktisch auf der Schattenseite vom Paradies. Aber kein Licht ohne Schatten und auch das ist interessant, gibt uns aber einiges zum Nachdenken. Es bietet sich uns ein Straßenbild wie in Indien. Wir sind ernüchtert. Die Straßen sind verschmutzt. Die Gebäude abgehaust, desolat und schlecht in Stand gehalten. Dazu wälzen sich durch die Straßen und auf den Plätzen die Menschenmassen. Es herrscht Hektik und Lärm. So hatten wir uns Fidschi nicht vorgestellt. Nach den Erfahrungen auf den Cooks ist das hier eine ziemlich harte Landung.

Wir machen uns auf den Weg durch die Stadt. Überall das selbe Bild. Wir haben uns zwar nach Rarotonga darauf eingestellt, dass es hier anders sein würde, aber das hatten wir nicht erwartet. Wir sind hier die einzigen Weißen, aber die Menschen sind freundlich und nicht aufdringlich. Wir tauchen in die Menschenmassen ein und bleiben unbehelligt. Wenn man nachfragt, sind sie hilfsbereit und wohlwollend.

Wir gehen weiter zum Grand Pacific Hotel, einem Gebäude aus den 1920er Jahren. Das wird im Reiseführer als sehenswert beschrieben. Und tatsächlich ist das hier ein schönes Luxushotel.



Wir gehen hinein und sehen uns um. Seit wir mit Gertie und Thomas an der Gold Coast die Hotels besucht haben, haben wir keine Scheu mehr hineinzugehen und uns umzusehen. Und es hat auch niemand etwas dagegen. “As soon as you come in our house, you are our guests”, sagt eine Mitarbeiterin, die wir fragen, ob wir uns umsehen dürfen. Hier wollen wir morgen wieder herkommen und einen Kaffee nehmen.


Als wir aus dem Hotel kommen wird es langsam dämmrig. Wir gehen zum Busterminal und fahren zurück nach Colo-I-Suva in unsere Unterkunft. Auch im Bus sind wir die einzigen Weißen. Hier wird Platz gemacht und zusammengerückt wenn Platz benötigt wird. Aus den Lautsprechern im Bus tönt laut die Musik.

Wir legen und früh zu Bett. Für heute haben wir genug. Außerdem sind wir hundemüde, weil wir ja schon wieder seit 3:15 Uhr auf sind.


7.5.2019 - Es regnet schon wieder. Seit gestern gibt es immer wieder Regenschauer. Die Bewölkung ist dicht und es ist grau und düster. Das verbessert nicht gerade unsere Stimmung. Wir müssen hier raus! Nach dem spärlichen Frühstück, auch hier sind die Portionsgrößen nicht gerade berauschend, liest Heidi im Reiseführer nach und wir setzen uns an den Computer. Wir haben uns entschlossen von hier aus mit dem Bus auf die Westseite nach Nadi zu fahren und von dort aus die Inseln der Yasawa Group zu bereisen. Die sollen wunderschön sein. Dafür gibt es gute Pakete, die das Bereisen einfach machen. Für 8.-10.5.2019 buchen wir eine Unterkunft im Club Fiji Resort. Die Fahrten zu den Inseln buchen wir dann, wenn wir in Nadi sind.


Anschließend machen wir uns wieder auf den Weg nach Suva. Wir wollen uns eine SIM-Karte fürs Handy kaufen, zum Grand Pacific Hotel und ins Fiji Museum. Wir nehmen wieder den Bus. Heute wissen wir bereits wie er aussehen soll und kann. Es regnet während wir auf den Bus warten. Die Fahrt nach Suva dauert ca 20 Minuten. Im Shop von Vodafon kaufen wir uns eine SIM Karte. Das ist hier nicht so einfach wie auf Rarotonga. Man muss sich registrieren lassen, und kann dann zwischen Tages-, Wochen- und Monatspaketen wählen. Wir nehmen das Monatspaket mit 20 GB Datenvolumen, weil wir uns die Prozedur mit dem Nachladen sparen wollen. Die Registrierung und den Verkauf der SIM-Karte und des Monatspakets erledigt ein Mitarbeiter. Das Hochladen und Aktivieren eine andere Mitarbeiterin. Das ist alles ganz schön umständlich und dauert in Summe ca. 45 Minuten. In den Handyshops stellen sich Unmengen von Leuten an, die Ihr Guthaben erneuern wollen.



Danach gehen wir ins Grand Pacific Hotel zu Kaffee und Kuchen.










Anschließend ins Fiji Nationalmuseum. Das ist kein großes Aha-Erlebnis. Die Ausstellungsräumlichkeiten sind in die Jahre gekommen und sanierungsbedürftig. Die Ausstellung selbst ist für ein Nationalmuseum eher klein. Das im Lonely Planet groß beworbene Thema zum Kannibalismus hat sich auf einen Schaukasten beschränkt. Heidi hat sich hier mehr erwartet. Aber die Mitarbeiterinnen haben sich echt gefreut, dass wir da waren.

Von hier gehen wir am Regierungsgebäude vorbei wieder zurück in die Innenstadt. Ein ansprechendes Lokal können wir nicht finden. Wir gehen deshalb in die Shoppingmall ins Obergeschoß. Dort gibt es einige Lokale. Wir gehen zu einem Inder. Auch der ist nicht das Highlight des Tages.

Wir machen uns wieder auf den Weg zurück in unsere Unterkunft und beschließen den Tag mit der Ananas, die wir uns gestern am Markt gekauft haben. Der Markt war übrigens nicht schlecht. Sehr groß, mit unheimlich vielen Ständen und sehr viel Obst und Gemüse. Teilweise mit Sorten, die wir gar nicht kennen. Die Ananas schmeckt wirklich herrlich.



Wir sitzen noch ein wenig auf der Terrasse beim Teich und gehen dann auf unser Zimmer. Morgen holt uns um 8:45 Uhr ein Taxi ab, das uns zum Busterminal nach Suva bringt. Von dort geht es um 9:30 Uhr nach Nadi.


8.5.2019 - Der Regen, der die ganze Nacht immer wieder zu hören war, hat am Morgen aufgehört. Wir stehen früh auf, packen unsere Sachen und gehen ins Restaurant zum Frühstück. Die Koffer nehmen wir gleich mit und stellen sie bei der Rezeption ab. Das Frühstück ist spärlich und teuer. Zum Glück gibt es diese Goody Voucher, mit denen jeder Gast 11 FJ$ gut geschrieben bekommt. Wie das funktioniert und wer das bezahlt, haben wir noch nicht herausfinden können.

Da das Taxi um 8:45 Uhr wie vereinbart nicht da ist, lassen wir über die Rezeption anrufen. Wenige Minuten später ist es da und bringt uns nach Suva zum Busterminal zur Einstiegsstelle der Pacific Transport Ltd. Dort kaufen wir die Fahrkarten. 15 FJ$/Person. Das ist billig. Pünktlich um 9:30 Uhr fährt der Bus los und nimmt die Route über die Queensroad an der Südseite der Insel. Der Weg aus der Stadt ist wenig erbaulich. Die Straße ist, obwohl asphaltiert, holprig und voller Schlaglöcher. Trotzdem fährt der Busfahrer was das Zeug hergibt. Am Straßenrand liegt der Müll. Die Häuser in denen die Leute wohnen sind eigentlich schäbige, desolate Hütten aus Holz und Wellblech. Im Zuge der weiteren Fahrt bessert sich das Straßen- und Ortsbild nicht wirklich. Wir machen 10 Minuten Pause in einer Stadt. Auch dort sieht es aus wie in Indien. Die Häuser sind desolat und schmutzig ebenso wie die Straßen. Es ist laut und chaotisch. Wir steigen nur kurz aus dem Bus um uns zu wärmen. Im Bus ist die Klimaanlage voll aufgedreht und uns ist kalt.

Gegen 13 Uhr kommen wir in Nadi an. Auch hier gibt es einen Busterminal, der nur wenig besser aussieht als jener in Suva. Wir nehmen uns ein Taxi, das uns zunächst in die Unterkunft und anschließend gleich nach Port Denarau bringt. Dort wollen wir unsere Trip zu den Yasawas, einer Inslegruppe westlich vor Fiji buchen. Wir entscheiden uns für das 9 Tages Ticket mit dem Upgrade. Das ganze nennt sich Awesome Pass Relaxed Resorts Upgrade und ist das teuerste Paket, das zu kriegen ist. Das ist uns egal. Wir wollen nicht wieder so schlecht untergebracht sein wie die letzten beiden Nächte. Dafür muss man halt etwas tiefer in die Tasche greifen.

Danach fahren wir mit einem Taxi in unser Resort. Es liegt etwas weiter außerhalb der Stadt und ist recht nett. Wir haben eine Bure, so nennen sich hier die Hütten, mit Strandblick. Die Hütte ist sauber und gepflegt. Die Bettwäsche frisch.



Das Wetter ist hier viel besser als in Suva. Es ist sonnig und trocken.

Den Rest des Tages verbringen wir im Resort. Wir sind müde von der Busfahrt, die fast 4 Stunden gedauert hat. Wir haben keine Lust in die Stadt zu fahren. Gegessen haben wir bereits in Port Denarau.

Auch morgen wollen wir nichts groß unternehmen. Wir werden uns wieder einmal so richtig ausschlafen und im Resort bleiben. Frühstück ist im Zimmerpreis inbegriffen und hier gibt es auch ein Restaurant.

Am 10.5.2019 werden wir dann um 7:00 Uhr von Awesome Tours abgeholt und zum Boot gebracht. Dann folgen 9 Tage Entspannung auf herrlichen Inseln.

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