• hrammler

20.-22.5.2019 - Barefoot Kuata



Der letzte Aufenthalt im Barefoot Kuata ist noch nicht einmal eine Woche her. Sarah, die Mitarbeiterin aus der Rezeption, die immer die Begrüßung und Einweisung macht, erkennt uns sofort, als wir aus dem Boot steigen. Sie fragt uns nur ob wir nicht erst kürzlich da waren, um sicher sein zu können, dass sie sich nicht irrt. Als wir das bestätigen, werden wir mit einem freudigen “welcome home” umarmt. Wir erzählen ihr, dass wir uns entschieden haben, noch einmal 7 Tage Bula Pass zu nehmen und uns in jenen Resorts einzumieten, die uns am besten gefallen haben. Sie freut sich sehr, dass wir nach so kurzer Zeit wieder kommen. Auch andere Mitarbeiter und selbst die Manager des Resorts erkennen uns wieder und sprechen uns darauf an. Das scheint doch ungewöhnlich zu sein. Wir bekommen auch wieder die selbe Bure, die wir bei unserem letzten Aufenthalt hatten.



Nachdem wir uns eingerichtet haben, gehen wir, weil Ebbe ist zu den Pools hinauf und setzen uns bis zum Lunch in die Liegestühle an unserem Lieblingsplatz.







Zwischendurch gehen wir zum Diveshop und informieren uns über die Aktivitäten und den Sharkdive. Der Divemaster erklärt uns die Einzelheiten des Tauchgangs. Man wird von vier Divemastern begleitet, die einem, wenn es nötig ist die Haie vom Leib halten, wenn sie zu nahe herankommen. Dafür haben die Divemaster ein eigenes Gerät. Ein Rohr aus Aluminium, das am Ende zu einem Dreieck geformt ist. Das wird hochgehalten und die Haie schwimmen dann weg. Die Haie werden angefüttert und der Tauchgang ist angeblich nicht gefährlich. Es wird auch täglich um 11 Uhr ein Schnorchelgang bei den Riffhaien angeboten. Das ist wesentlich harmloser weil die Riffhaie nicht so aggressiv und auch viel kleiner sind. Heidi überlegt. Wir gehen wieder zurück zu den Pools.

Nach dem Lunch verbringen wir den Nachmittag dort mit lesen und Blog schreiben. Gegen Abend hin macht die Wolkendecke zu und es wird kühl. Wir gehen zu unserer Bure und dann zum Strand, um noch im Meer ein wenig zu baden. Das Wasser ist angenehm warm und glasklar. Wenn man bis zum Hals im Wasser steht, kann man ganz klar seine Füße sehen. Man kommt sich vor als stünde man in einem Block aus Glas. Auch weil das Wasser grünlich schimmert. Die Sicht reicht aber noch viel weiter. Man kann auch an den tieferen Stellen bis zum Grund sehen. Das ist aber nicht nur hier auf Fiji so. Das hatten wir in der Südsee bisher überall. Nur manchmal ist die Sicht durch Schwebstoffe im Wasser getrübt.

Beim Dinner lernen wir Robin und Paul, ein Ehepaar aus San Diego Kalifornien kennen. Es ist angenehm mit Ihnen zu plaudern, weil sie sehr nett sind und wir zur Abwechslung die Amerikaner einmal gut verstehen. Die beiden sprechen ein sehr deutliches und wenig “verslangtes” Englisch. Wir sitzen an der Bar und trinken. Auch das Dinner nehmen wir hier ein, weil wir uns so gut unterhalten und nicht an getrennten Tischen Platz nehmen wollen. Das Personal ist sehr aufmerksam und bringt uns die Gedecke und die Speisen an die Bar. Die beiden verabschieden sich nach dem Essen bald, weil sie noch von der Anreise müde sind und ins Bett wollen. Auch wir verdrücken uns bevor der Bula Tanz losgeht, der von einem Mitarbeiter im Zuge einer Rede angekündigt wird.

Wir stehlen uns heimlich davon und gehen von der Bar hinunter zu unserer Bure. Der Vollmond scheint durch die Palmen, die schlank, wie schwarze Riesen am Wegrand stehen. Das Meer rauscht im ewigen Spiel der Wellen. Wir sitzen vor unserer Bure, betrachten den Mond, der durch die zarte Wolkendecke einen silbernen Schimmer auf das Wasser zeichnet und lauschen dem Puls des Meeres.

Der zweite Tag im Barefoot Kuata beginnt wieder mit Sonnenschein. Wir schlafen bis acht und gehen dann zum Frühstück. Um halb elf kommt der Yasawa Flyer von Süden.

Zu diesem Anlass steht immer ein Mitarbeiter als Krieger verkleidet zum Gruß auf dem Felsen, der vor der Landzunge, auf der sich unser Lieblingsplatz befindet, aus dem Meer ragt. Eine Szene wie aus einem Film. Man kann sich gut vorstellen, wie eine Abschiedsszene ausgesehen haben muss, wenn die Fijianer auf Seefahrt gingen.



Um elf gehen wir zum Diveshop um am Haischnorcheln teilzunehmen. Wir bekommen Maske, Schnorchel, Flossen und auch eine Schwimmweste. Die scheint uns zunächst unnötig oder zumindest übertrieben. Aber wir werden noch sehen. Es sind insgesamt ca. 20 Teilnehmer. Darunter auch viele Tagesgäste. Wir nehmen zu sechst im Boot Platz. Hier treffen wir auch Mali wieder, den wir schon aus dem Barefoot Manta kennen. Er ist ein junger Divemaster und wird den Schnorchelgang begleiten. Er freut sich uns wieder zu sehen. “Nice to meet you again” sagt er. Und den Menschen hier glaubt man das, weil sie es so meinen. Sie sind sehr herzlich, liebevoll und freundlich.

Die Ausfahrt aus der Bucht verläuft noch ruhig. Als wir den küstennahem Bereich verlassen, geht es zur Sache. Die Wellen werden geschätzt eineinhalb bis zwei Meter hoch und das Boot mit seinen 60 PS macht gut 30 Konten. Spätestens jetzt ist uns klar, wofür die Schwimmwesten gut sind. Die Fahrt, oder besser gesagt der Höllenritt, dauert gut 25 Minuten. Dann erreichen wir ein großes Riff. Hinter dem Riff wird das Wasser wieder ruhiger, weil die Wellen davor brechen. Wir fahren an das Ende des Riffs und herum an die Außenseite. Da sind sie wieder die Wellen. Mali wirft den Anker ins Wasser und legt nach hinten eine Leine aus an der ein 2x2 Meter großer, ringförmiger Schwimmkörper befestigt ist, an dem wir uns anhalten können. Bei einer geschätzten Windsee von 3 gehen wir, bei einem Wellengang von gut 1,5 m, mit einer Rückwärtsrolle ins Wasser. Davor sagt uns der Bootsführer noch, dass wir die Haie nicht berühren sollen. Wir sind verwundert, dass die schon da sind und so nahe kommen. Beim ersten Blick nach unten sehen wir die Haie. Ungefähr sieben an der Zahl. Die größten sind einen guten Meter bis ein Meter zwanzig. Auch die Junghaie sind dabei. Nicht länger als 20 bis 25 cm und immer an der Seite der Muttertiere zu finden. Die Wassertiefe beträgt hier rund 8-10 Meter. Die Sicht ist klar bis zum Grund und die Haie gleiten majestätisch durchs Wasser. Manchmal steigen sie höher und kommen näher aber niemals in Reichweite. Wir haben keine Angst vor ihnen und es geht auch keine Gefahr für uns von ihnen aus.

Durch den hohen Wellengang wird uns nach einiger Zeit leicht übel. Wenn man am Wasser liegt und immer nur nach unten schaut kann man leicht Seekrank werden. Wir gehen daher wieder ins Boot zurück um das zu vermeiden. Nach kurzer Wartezeit, und nachdem auch die anderen Teilnehmerinnen an Bord sind, geht es in gleicher Manier wie bei der Herfahrt zurück ins Barefoot Kuata. Nur dass diesmal der Wellengang scheinbar noch höher ist als zuvor, da immer wieder Wasser über Bord kommt. Heidi bekommt auf ihrer Seite das meiste Wasser ab und setzt sich deshalb die Tauchermaske auf und nimmt in weiterer Folge den Schnorchel in den Mund, um besser Luft zu bekommen.

Nach dem Aussteigen ist die leichte Übelkeit auch gleich wieder vorbei und wir gehen zum Lunch. Danach gehen wir zum so genannten Shell Market, der heute im Resort stattfindet. Vier Frauen aus dem Dorf auf der gegenüber liegenden Insel verkaufen selbst gemachten Schmuck aus Muscheln und Perlen und anderes Kunsthandwerk. Heidi kauft verschiedene Armbänder und Ohrringe als Souveniers.



Die Frauen freuen sich sehr über das gute Geschäft.










Den Ausflug ins Dorf um 14 Uhr ersparen wir uns. Wir wollen nicht schon wieder mit dem Boot über die Wellen reiten. Auch vom Wasser haben wir für heute genug und wir gehen nicht mehr baden. Vor Sonnenuntergang gehen wir noch auf die Aussichtsplattform auf dem Felsen Richtung Westen. Dort sitzen einige junge Leute, spielen Musik auf der Ukulele und unterhalten sich. Wir setzen uns dazu und kommen mit jungen Deutschen ins Gespräch, die alle mehrere Monate unterwegs sind. Wir erzählen einander unsere Reisegeschichten und unsere weiteren Pläne. Als es dunkel ist, machen wir uns auf den Weg nach unten zu unserer Bure.

Beim Dinner treffen wir wieder Robin und Paul, die bereits an der Bar Platz genommen haben. Wir setzen uns wie gestern zu ihnen und nehmen auch heute wieder unser Abendessen an der Bar ein. Wir werden morgen zum Blue Lagoon Beach Resort weiter reisen und die beiden werden uns einen Tag später folgen. Wir versprechen ihnen, sie mit dem Begrüßungskommittee, singend und klatschend am Strand mit einem “big Bula” zu empfangen. Sie lachen und meinen “das wäre gut”.

Auch wir suchen heute früh ein Bett und gehen nach dem Dinner in unsere Bure. Der Mond leuchtet vom fast wolkenlosen Himmel und wirft ein goldenes Band auf das Meer.


Am nächsten Tag versäumen wir nicht den Sonnenaufgang so wie beim letzten Mal. Ich werde rechtzeitig wach als ich durch die Fenster unserer Bure die ersten Anzeichen des werdenden Tages erkennen kann. Ich wecke Heidi. Sie steht sofort auf und geht nach draußen, während ich selber liegen bleibe, weiter döse und den Sonnenaufgang durch die geöffneten Schiebetüren unserer Bure verfolge.

Es ist dreiviertel sieben als ich aus dem Bett steige. Wir packen unsere Sachen zusammen. Das dauert nicht lange. Wir haben vom letzten Mal gelernt und reisen mit nur einem großen Rucksack und zwei kleineren.

Nach dem Frühstück erledigen wir den Checkout. Da unser Schiff bereits um ca. 10:30 Uhr kommt, können wir mit dem Vormittag nicht viel anfangen. Es ist überhaupt so, dass man am Abreisetag irgendwie in Warteposition ist. Es empfiehlt sich daher in jedem Resort mindestens zwei Nächte oder mehr zu verbringen.



Vor dem Boarding werden wir von einem Teil der Belegschaft mit dem Lied Isa Lei, dem traditionellen fijianischen Farewellsong verabschiedet.






Die Fahrt Richtung Norden zum Blue Lagoon Beach Resort dauert knapp zwei Stunden.


Auch hier bekommen wir wieder die selbe Bure die wir beim letzten Mal hatten. Die Anreiseformalitäten sind hier einfacher als in den anderen Resorts. Nach einer kurzen Begrüßung durch den Manager werden wir zum Lunch entlassen. Die ausgefüllten Formulare und die Voucher für die Übernachtungen geben wir später in der Rezeption ab.

Für Freitag melden wir uns beim Diveshop für zwei Tauchgänge an. Der Rest des Tages verläuft entspannt am Strand. Heidi legt einen längeren Schnorchelgang ein.

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