• hrammler

16.6.2019 - Ein Sonntag mit Kirchgang

Nach dem Frühstück macht sich Erwin wieder an der Bordelektronik zu schaffen. Er überprüft noch einmal alle zugänglichen Kontakte. Ich versuche ihm, so gut es geht zu helfen und alle gemeinsam überlegen und besprechen wir die möglichen Fehlerquellen.

Ingrid, Erwin und Heidi wollen heute, wie gestern geplant, in die Kirche gehen. Da es langsam Zeit wird, machen sich die drei zurecht und fahren mit dem Boot dann in die Stadt. Ich bleibe an Bord und bearbeite unseren Blog. Es ist ein schöner Vormittag und die Sonne scheint vom Himmel. Im Hafen ist es ganz ruhig. Der Sonntag ist den Tonganern heilig und es ist absolut nichts los. Alle Geschäfte und Lokale haben geschlossen und es wird nichts verkauft oder gearbeitet. Nur in der Kirche ist was los. Die Leute kommen mit ihren besten Kleidern und die Frauen richten sich schön her.

Nach ungefähr zwei Stunden sind die drei wieder da. Heidi fühlt sich etwas krank. Sie hat Halsschmerzen, schwitzt stark und fühlt einen leichten Schwindel. Ich hatte vor ein paar Tagen ähnliche Symptome, das ist aber nach einigen Tagen und einmal lang schlafen wieder vorbei gewesen.

Erwin kommt mit einer, wie er sagt “Eingebung” von der Kirche zurück. Er will bei den Steuerständen unter die Plotter schauen und nachsehen, ob hier ein Fehler zu finden ist. Wir haben vor ein paar Tagen bereits die Möglichkeit in Erwägung gezogen, dass der rechte Plotter durch eindringendes Wasser defekt ist.

Wir nehmen die Deckplatten, die mit sechs Schrauben befestigt sind, ab und heben sie zur Seite.



Unter den Plottern ist alles trocken und die Kabelverbindungen sitzen fest und sind gut verschraubt. Unter dem linken Steuerstand hat sich ein Kabel aus einem Verteiler gelöst, das wir wieder befestigen. Die erhoffte Wirkung bleibt aber aus. Der Autopilot hat weiterhin keine Verbindung zum GPS.

Als Erwin die Deckplatte am rechten Steuerstand anhebt, fließt Wasser aus dem Plotter. Er ist entsetzt. Die Wassermenge ist vergleichsweise groß und erhärtet die Theorie des eindringenden Wassers. Möglicherweise ist doch der Plotter selbst die Ursache für das Problem. Wir beschließen, beide Plotter auszubauen und den von der linken Seite rechts einzubauen, da dieser noch in einem viel besseren Zustand ist, weil er bisher fast nie verwendet wurde und deshalb immer abgedeckt war. Als wir beide Plotter ausgebaut haben, bauen wir den linken auf der rechten Seite wieder ein und lassen die linke Seite unbelegt. Gespannt nehmen wir das System in Betrieb. Alles da! Wir wollen uns aber nicht zu früh freuen und warten noch ein wenig ab. Die Zeit, in der sich das System üblicherweise verabschiedet hat, verstreicht, doch wir warten noch ein wenig. Nach einigen Minuten dürfen wir uns dann wirklich freuen. Das System funktioniert wieder. Ingrid und Erwin sind erleichtert. Die Überfahrt nach Fiji ist gerettet.

Bevor wir alles wieder zusammenbauen und montieren können, reinigt Erwin noch die Ränder um die Einbauöffnungen und die Platten vom Silikon. Den defekten Plotter bauen wir zwar wieder in die Deckplatte ein, schließen ihn aber nicht mehr an das System an, damit er keine Probleme verursachen kann. Den endgültigen Einbau können wir erst morgen erledigen, da uns die Dichtmasse für die Abdichtung der Montageplatten fehlt. Diese werden wir morgen in der Chandlery besorgen.

In der Zwischenzeit haben Ingrid und Heidi die Zutaten für die Pizza geschnitten und hergerichtet. Wir wollen uns aus dem restlichen Teig, der bei den Baguettes übrig geblieben ist, eine Pizza machen. Den Teig vermehre ich mit ein bisschen Mehl, lasse ihn rasten und drücke ihn dann mit den Händen breit, sodass er das gesamte Backblech ausfüllt. Wir bestreichen den Teig mit Olivenöl und Tomatensugo, belegen ihn mit Oliven, Zwiebeln, Paprika und Käse und ab damit in das Backrohr. Nach einer halben Stunde hat jeder von uns ein köstliches, braun gebackenes Stück Pizza am Teller und eine Flasche Bier vor sich stehen, mit der wir auf den Reparaturerfolg anstoßen.

Danach ist die Mannschaft müde und wir legen uns ein wenig in unsere Kojen. Heidi, Ingrid und Erwin schlafen bis zum Abend und kommen so gegen 19 Uhr wieder an Deck. Ich döse nur kurz und wende mich dann wieder unserem Blog zu, höre ein wenig Musik und genieße die tongische Sonntagsruhe. Ein herrlicher Tag geht mit Sonne im Herzen zu Ende. Alle Sorge ist verflogen und wir können zuversichtlich weitersegeln.

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