• hrammler

1.-4.6.2019 Eua - Hidden Beauty



1.6.2019 - Wieder einmal heißt es früh aufstehen. Unsere Fähre nach Eua, südöstlich von Tongatapu, geht um 10 Uhr. Um 6:30 Uhr rasselt der Wecker. Wir sind müde und kommen nicht richtig aus dem Bett und bleiben bis 7 Uhr liegen. Dann schälen wir uns doch irgendwie aus dem Laken. Langsam machen wir uns daran, unsere Sachen einzupacken und für die Abfahrt fertig zu machen. Ich bringe unseren ersten Koffer nach vorne zur Rezeption. Als wir mit dem zweiten Koffer und den übrigen Sachen nach vorne kommen, ist Chris schon da. Wir können die beiden großen Koffer bis zu unserer Rückkehr bei ihr einstellen. Dann verabschieden wir uns und fahren gegen 7:45 Uhr mit dem Mietwagen nach Nuku'alofa. Unser erster Weg führt uns zum Fährterminal, wo wir uns für 60 TOP die Tickets kaufen. Die Rückfahrt können wir erst von Eua aus kaufen. Dann fahren wir zu unserem “Stammcafe”, dem “Friends”, in die Innenstadt und holen uns ein Frühstück. Wir haben Zeit, denn beim Ticketschalter wurde uns gesagt, dass die Fähre um 11 Uhr ablegt. Warum nicht schon um zehn, das kann sich keiner erklären. Gestern hatte die einheitliche Auskunft 10 Uhr gelautet.

Nach dem Frühstück fahren wir auf den Parkplatz vor dem Fährterminal und stellen das Auto dort ab. Mit der Vermieterin haben wir vereinbart, dass wir das Auto verschlossen mit dem Schlüssel darin, dort abstellen, wo sie es sich abholt. Wenn wir wieder kommen sollen wir kurz anrufen, dann wird das Auto wieder gebracht. Alles sehr unkompliziert und auch kundenfreundlich.

In der Halle des Fährterminals treffen wird dann wieder Marion. Sie haben wir am Flug von Nadi nach Nuku'alofa kennen gelernt und am Strand vor unserem Resort wieder getroffen. Auch sie fährt heute nach Eua. Durch Sie lernen wir Reiner und seinen Sohn Steffen kennen, die ebenfalls das selbe Ziel haben und auch im selben Resort wie Marion untergebracht sind. Wir nächtigen im “Seta Homestay” bei Tupou, den wir über AirBnB gebucht haben.


Die Überfahrt mit dem Schnellboot dauert eineinhalb Stunden und verläuft ruhig. Das Meer ist spiegelglatt. Erst gegen Ende der Fahrt kommt eine höhere Dünung auf, die das Schiff ins Schwanken bringt. Tupou holt uns im Hafen ab und bringt uns zum Haus, das mitten in einem tongischen Dorf steht. Hier laufen jede Menge Schweine jeden Alters frei herum und natürlich auch die omnipräsenten Hunde. Hühner gibt es hier relativ wenig. Die Luft ist erfüllt vom Rauch der Feuer, mit denen die Menschen hier ihre biogenen Gartenabfälle und manchmal auch ein wenig mehr verbrennen. Man hört die Kinder rufen, die Hunde bellen, das Meer rauschen und die Schweine grunzen. Bis auf das Meeresrauschen ein Dorfleben wie früher bei uns. Manchmal hat man ein richtiges “decha vu” und für kurze Augenblicke einen Flashback in die eigene Kindheit.

Das Haus steht am Ende einer Sackgasse. Wir steigen die paar Stufen hinauf zum Eingang und betreten das Haus über einen großen Vorraum.



Von hier kann man die Küche über einen Durchgang erreichen. Bad und Klo sind im Gang dahinter. Vom Vorraum gelangt man direkt ins Schlafzimmer. Das Haus ist sehr einfach aber sauber. Wir haben nur Kaltwasser. Auch in der Dusche. Tupou erklärt uns alles und besorgt uns dann noch Brot, Butter und Eier für das Frühstück. Mittag- oder Abendessen kann und wird sie uns bei Bedarf zubereiten.

Dann kümmert sie sich noch darum, dass wir ein Auto mieten können. Dafür müssen wir ins Nachbardorf fahren. Wir können für 90 TOP am Tag einen Geländewagen mieten. Der Vertrag, der uns vorgelegt wird, ist in der Landessprache verfasst. Tupou bemüht sich redlich, die einzelnen Passagen ins Englische zu bringen. Nach einigem hin- und herfragen unsererseits, füllt sie den Vertrag auf ihren Namen aus und unterschreibt ihn. Wir sind wieder einmal überrascht, nehmen die Sache aber so wie sie ist. Beim Wagen wartet ein junger Mann, der uns den Schlüssel für eine roten Wagen übergibt. Als wir den in Betrieb nehmen, stellen wir fest, dass die Klimaanlage und die gesamte Lüftung nicht funktionieren. Wir wollen einen anderen Wagen, aber der junge Mann ist schon weg. Die Frauen im Geschäft rufen ihn mit dem Handy zurück und nach kurzer Zeit ist er wieder da und übergibt uns den Geländewagen, mit dem er kurz zuvor weggefahren ist. Wir bringen Tupou zu ihrem Haus nachdem wir noch beim Bankomaten vorbeigeschaut und Geld abgehoben haben. Wir packen unsere Badesachen ein und fahren los, um die Insel zu erkunden.

Bereits bei der Herfahrt vom Hafen, sowie auf der Fahrt zum Autoverleih und wieder zurück haben wir festgestellt, dass es hier praktisch keinen Tourismus gibt. Es gibt zwar einige wenige Reisende und auch Unterkünfte aber keine sonstige bzw nur wenig touristische Infrastruktur. Die Plätze, die es sich lohnt anzusehen, oder von denen wir das zumindest annehmen oder davon gelesen haben, sind schlecht beschildert und daher schwer oder gar nicht zu finden.

Wir fahren zunächst Richtung Norden und bleiben kurz nach dem Dorf beim Strand stehen.



Zum Baden ist das hier nicht geeignet. Bei Ebbe schaut über die gesamte Länge der scharfkantige Fels aus dem Wasser.







Wir fahren weiter und wollen in den äußersten Norden der Insel. Am Ende der asphaltierten Straße fahren wir weiter auf einer Straße, die wie ein Waldweg beschaffen ist. Wir dringen immer tiefer in den Wald in der Hoffnung an die Küste oder zu einem Aussichtspunkt zu kommen. Als uns der Mut verlässt, stellen wir das Auto ab und gehen zu Fuß weiter.



Der Weg führt bergab durch landwirtschaftlich genutzten Regenwald. Wir hören das Meer aus der Ferne rauschen. Wir gehen weiter und das Rauschen kommt näher. Wir nehmen eine Abzweigung nach links und gehen weiter bergab.



Wir kommen zu einer Behausung die am Wegrand liegt. Wir nähern uns langsam und gehen vorsichtig vorbei. Gleich danach kommt ein neuerlicher Abzweig. Hier entscheiden wir uns wieder umzukehren. Die Aussicht auf einen Strand oder einen Ausblick ist gering.



Mit dem Auto fahren wir wieder zurück und nehmen einen weiteren Waldweg der uns auf die andere Seite der Insel bringen soll. Auf diesem kehren wir alsbald auch wieder um, weil der immer schlechter wird und auch keine Chance auf einen Aussichtspunkt bietet.

Wir versuchen es Richtung Süden und wollen dort bis ans Ende der Insel kommen. Das sieht zunächst vielversprechend aus. Die Straße ist zwar schmal aber asphaltiert, endet allerdings bei einer Absperrung. Wir wollen zu Fuß weiter, können die Absperrung aber nicht umgehen, weil von dieser zu beiden Seiten ein Stacheldrahtzaun den Weg versperrt. Also auch hier nichts. Aber ein herrlicher Sonnenuntergang.


Wir fahren dann zurück zum Haus. Es ist bereits dunkel als wir in unsere Gasse einbiegen. Wir sehen Feuer am Ende der Straße und vermuten, dass irgendwas am Grund oder am Haus brennt. Als wir näher kommen sehen wir ein Lagerfeuer aber größer und heller als sonst. Wir denken uns, dass biogene Abfälle verbrannt werden. Tupou aber erklärt uns, dass ihr Schwager heute ein Schwein geschossen hat und dass dieses jetzt mit dem Feuer enthaart wirt. Als wir näher treten sehen wir das Schwein auch. Ein Mann schabt mit einem scharfen Eisen die Haare und die oberste Hautschicht von dem am Boden liegenden Schwein. Ein anderer spült es währenddessen mit einem Schlauch ab. Danach wird es auf einem Bett aus Blättern am Boden abgelegt, um später ausgenommen und zerlegt zu werden. Die ganze Szenerie mit dem Feuer hat etwas archaisches.

Wir gehen ins Haus, ziehen uns um und gehen zu Marion, Reiner und Steffen ins Deep Resort. Das haben wir am Nachmittag vereinbart, als wir mit dem Mietauto kurz beim Strand unter dem Resort waren und bei ihnen vorbeigeschaut haben. Wir plaudern einige Zeit und vereinbaren für morgen gemeinsam zu den 4 km entfernten Hafu Pools zu fahren und zum Lokupo Lookout im Osten der Insel zu gehen. Gegen halb neun verabschieden wir uns und gehen zurück zum Haus.

2.6.2019 - Heute morgen werde ich bereits Lügen gestraft. Gestern noch habe ich behauptet es gäbe wenig Hühner hier. Heute morgen krähen aus allen Richtungen die Hähne. Trotzdem schaffen wir es bis kurz nach sieben zu schlafen.

Um 8:40 Uhr stehen Marion, Reiner und Steffen vor unserem Haus und wir fahren los.



Unser erster Weg führt uns zu den Hafu Pools. Das ist im Wald ein betoniertes Becken in das ein Bach fließt. Wir können mit dem Auto fast bis auf 200 Meter heranfahren. Die letzte Strecke gehen wir zu Fuß. Nach Baden ist uns jetzt noch nicht. Reiner und Steffen wollen von hier aus durch den Wald zum Lokupo Lookout und zur Rats Cave gehen und danach zum Sinkhole Smoking Cave und weiter zum Giant Ovava Tree. Das liegt alles auf einer Strecke. Wir sind froh, dass wir die beiden dabei haben. Sie verwenden die App OsmAnd und wissen dadurch viel besser Bescheid, was es hier zu sehen gibt und wie man es erreicht. Marion, Heidi und ich trennen uns von den beiden nachdem wir vereinbart haben, dass wir ans andere Ende der Wanderstrecke fahren und von dieser Seite zum Giant Ovava Tree und zum Lokupo Lookout gehen. Auf diese Weise kommen wir wieder zusammen und können gemeinsam mit dem Auto weiter fahren.

Wir fahren aus dem Wald zur Hauptstraße, dort 2 km Richtung Süden und biegen wieder links auf eine Straße ein, die in den Wald führt. In dem Bereich wo sich der Giant Ovava Tree befinden soll, parken wir das Auto und machen uns auf die Suche.



Es dauert nicht lange und Heidi entdeckt den Baum der wie ein Wesen aus einer anderen Welt über einem tiefen Sinkhole steht. Eine Feige von unvorstellbarem Ausmaß. Wir sind sprachlos. Wir gehen um den Baum herum und in den Baum hinein.


Von dort geht es weiter zu Fuß die Forststraße entlang ungefähr 3 km zum Lookout auf der Ostseite der Insel. Auch Marion verwendet eine Wander App. Das hilft enorm bei der Wegfindung.

Als wir die letzten Meter zum Lookout gehen, höre ich Stimmen. Das müssen Reiner und Steffen sein. Wir gehen weiter und denken, dass wir beim Outlook zusammentreffen werden.






























Der Aussichtspunkt liegt 250 m über dem Meer und bietet einen gewaltigen Ausblick. Links und rechts fallen die Felsen steil hinab. Unter uns breitet sich der Regenwald aus und dahinter der Ozean in seiner ganzen Größe.




Reiner und Steffen kommen nicht daher. Wir gehen einen schmalen Pfad weiter zur so genannten Rats Cave, einer Höhle von ca. 15-20 Metern Länge, die einen Durchschlupf zum Felsen und einen Blick auf das Meer bietet. Wir gehen nicht durch die Höhle, sondern schauen nur auf das andere Ende, wo das Meer durchblinzelt. Reiner und Steffen sind immer noch nicht da.

Wir nehmen den Rückweg in Angriff und gehen auf den selben Wegen zurück, die wir gekommen sind.

Beim Auto treffen wir dann zunächst Reiner. Wir haben einander am Lookout verpasst und sind aneinander vorbeigegangen. Ihre Stimmen habe ich gehört, als sie vom Lookout zur Rats Cave gegangen sind. Von dort sind sie aber, so wie wir, nicht den Pfad wieder zurück gegangen, sondern haben den Forstweg zur Umgehung benützt.

Reiner zeigt uns noch den Weg zum Sinkhole, der nicht weit von unserem Auto ist.



Marion Heidi und ich gehen noch zum Sinkhole Smoking Cave. Auch das ist eine Natursensation. Das Loch ist so tief, dass man von der Aussichtsplattform nicht auf den Grund sehen kann. Ein kleiner Wasserfall ergießt sich in die Tiefe. Um das Loch herum grüner Regenwald und die von Heidi und mir so geliebten Silver Fern (Baumfarne).



Baumfarn


Reiner und Steffen warten inzwischen beim Auto. Wir fahren danach noch zum so genannten Rock Garden wo sich auch die Luk Fa’anga Cliffs und der Natural Archway Lookout Li Anga Huo A Maui befinden. Wir nehmen die Hauptstraße und fahren in den äußersten Süden bis zu jenem Gatter, das Heidi und ich gestern nicht zu öffnen wagten. Wir heben es zur Seite und schließen es hinter uns wieder. Wir folgen einem Weg und kommen auf eine Weide, auf der zahlreiche Felsbolder und Felsformationen stehen. Das ist der Rock Garden.




Wir gehen Richtung Küste und stehen unvermittelt vor den Laku Fa`anga Cliffs, mit denen wir gar nicht gerechnet hatten und die geschätzt 150 Meter senkrecht zum Meer abfallen. Es ist ein gewaltiger Anblick.




Wir folgen dem Weg weiter und gehen bis zu einem Wegweiser, der uns zum Archway Lookout führt. Der Weg geht bergan durch den Regenwald. Kurz vor der Aussichtsplattform kann man den Naturfelsbogen bereits sehen. Der Bogen ist riesig und steht direkt an der Küste. Dahinter breitet sich der Pazifik aus.




Nach diesem Tagespensum sind wir alle rechtschaffen müde und beschließen, in unsere Unterkünfte zu fahren und für heute Schluss zu machen mit Erkundungen.

Als wir dort ankommen stellen wir fest, dass wir kein fließendes Wasser im Haus haben. Wir gehen zu Tupou die uns erklärt, dass das manchmal passiert und das Wasser bald wieder kommen wird. Sie geht mit uns zu unserem Haus und als wir da sind, ist die Wasserversorgung tatsächlich auch wieder da.

Um 17 Uhr bringt sie uns wie vereinbart das Abendessen. Wir sind hungrig. Es gibt panierte Hühnerteile, Coleslaw mit Krabbenfleisch, Reis, Taroblätter mit Fleisch und ein einheimisches Gemüse mit einer Konsistenz wie Kartoffeln. Zum Nachtisch Fruchtsmoothies.

Am Abend gehen wir noch an den Strand beim Dorf. Dort ist gerade die Flut im anrollen und lässt die Wellen an den Felsen vor dem Strand mit gewaltigen Fontainen brechen. Hinter den Felsen läuft das Wasser dann in kleineren und größeren Becken bis zum Strand gemächlich aus. Auch hier gibt es kleine Blowholes durch die das Wasser hoch aufspritzt, wenn die Wellen anlanden.

Als es beginnt dunkel zu werden, besuchen wir noch Marion, Reiner und Steffen im Deep Resort und vereinbaren für morgen einen weiteren Ausflug zum Ha’aluma Beach. Marion wird nicht mehr dabei sein, weil sie morgen bereits weiter fliegt.

Wir haben uns auch bereits die App von OSMAND heruntergeladen und wollen überdies noch zum Lookout Mata Mahina Lopo und zum Fangatave Beach. Ich glaube dann hätten wir alles gesehen. Und das ist bei weitem mehr als wir am ersten Tag gedacht hatten.

3.6.2019 - Zur Unzeit, es ist jedenfalls noch dunkel und die Hähne krähen noch nicht, läuten die Glocken der Kirche. Wenig später hören wir die Leute aus voller Brust singen. Morgenmesse. Das dauert ca. eine halbe bis dreiviertel Stunde. Dann ist wieder Ruhe. Zumindest in der Kirche. Jetzt fangen die Hähne und die Hunde an. Ein Hahn meint es besonders gut und kräht sich vor unserem Haus die Seele aus dem Leib. Irgendwann ist auch das vorbei und es beginnt zu dämmern. Jetzt sind die Schweine am Zug, die im Stall hinter unserem Haus zu grunzen und zu quieken beginnen. Landleben halt. Wir drehen uns im Bett noch einmal um.

Nach dem Frühstück fahren wir, wie vereinbart, zum Deep Resort und holen Reiner und Steffen ab. Wir verabschieden uns von Marion und fahren dann zum Ha`aluma Beach an der Südspitze der Insel. Ein ganz besonders schöner Strand.



Auch hier gibt es diese Blowholes aus denen das Wasser in hohen Fontainen aufspritzt wenn die Wellen anrollen.



Das scheint hier eine geologische Besonderheit zu sein. Auch auf der Hauptinsel haben wir das gesehen. Das ist teilweise wirklich spektakulär. Wie Feuerwerke, die nacheinander zünden, schießen die Fontainen in die Höhe.

Heidi versucht zu schnorcheln, aber die Strömung bei den Felsen ist zu stark. Es ist gerade Ebbe und die Becken zwischen dem Strand und den vorgelagerten Felsen leeren sich.



Heute ist Feiertag und es sind einige Familien am Strand. Die Männer gehen mit Harpunen und Speeren in den Becken fischen. Die Frauen flechten am Strand Körbe aus Palmenblättern, in denen das Essen dann angerichtet wird.

Wir bleiben noch einige Zeit am Strand und gehen dann zurück zum Auto, um zum Mata Mahina Lookout an der Nordspitze der Insel zu fahren. Wir stellen das Auto neben der Forststraße ab und gehen die 1,3 km zum Aussichtspunkt. Hier sieht man angeblich den ersten Sonnenaufgang auf der Erde. Die Insel liegt ganz nahe an der internationalen Datumslinie. 40 km vor der Küste liegt die so genannte Tongan Trench, ein Graben im Meer der 10,8 km tief ist. Das kann man zwar nicht sehen, es ist aber trotzdem beeindruckend, wenn man auf diesen gewaltigen Ozean mit dem Bewusstsein hinausschaut, dass sich hier die zweittiefste Meeresstelle der Erde befindet. Auch hier wieder Ausblick vom Feinsten!





Anschließend fahren wir Richtung Hafen. Dort in der Nähe befindet sich die einzige Tankstelle der Insel. Wir wollen den Wagen volltanken bevor wir ihn zurückgeben. Die Tankstelle hat wegen des heutigen Feiertags geschlossen. Wir fahren weiter und kaufen in einem Shop Wasser, Saft und Erdnüsse und in einem anderen ein paar Flaschen Bier.

Wir bringen Reiner und Steffen nach Hause und fahren dann zur Autovermietung, um den Wagen zurückzugeben. Da wir nicht tanken konnten, werden uns 45 TOP verrechnet. Das ist OK. Den Rest der Kaution (Bond) bekommen wir zurück. Der junge Mann, der auch bei der Übernahme des Fahrzeuges vor zwei Tagen da war, fährt uns zurück zu unserer Unterkunft.

Tupou, die uns immer wieder mit frischen Früchten wie Papays, Mandarinen, Bananen oder Wassermelonen aus dem Garten versorgt, hat heute zwei gekühlte Kokosnüsse für uns. Eine öffnet sie sofort. Der Saft schmeckt herrlich. Wir nutzen die Gelegenheit und rechnen gleich mit ihr die Zusatzleistungen ab. Alles in allem war der Aufenthalt hier in der Unterkunft im Rahmen der Möglichkeiten sehr zufriedenstellend. Tupou ist sehr nett und bemüht und gibt ihr bestes um uns den Aufenthalt so angenehm wie möglich zu machen.

Danach duschen wir uns und gehen zu Reiner und Steffen auf ein Bier ins Deep Resort. Loren, eine allein reisende Holländerin ist auch da. Wir plaudern bis es dunkel wird. Gegen 7 Uhr gehen wir in unsere Unterkunft. Wir wollen uns früh zu Bett legen. Morgen müssen wir um 3:45 Uhr bei Reiner und Steffen im Deep Resort sein. Wir fahren gemeinsam zum Hafen, wo die Fähre um 5 Uhr ablegt.

4.6.2019 - 3:15 Uhr. Es läuten die Wecker. Heidi und ich haben jeder einen eingestellt. In der Nacht habe ich meinen Ohren nicht getraut. Die Hähne haben um Mitternacht gekräht. Dazwischen bellen immer wieder die Hunde und es grunzen die Schweine. Wir sind aber doch einigermaßen ausgeschlafen. Wir packen die Sachen fertig, die wir gestern noch hergerichtet haben. Ein kleines Frühstück mit Kaffee und Toast mit Butter geht sich auch noch aus. Fünf vor dreiviertel vier gehen wir zum Deep Resort. Dort wartet bereits der Wagen. Reiner und Steffen nehmen im Fond Platz. Da auch eine Beifahrerin dabei ist, müssen Heidi und ich auf die Ladefläche des Pickup. Wir setzen uns aber nicht auf den Pfosten, der unbefestigt quer von links nach rechts auf den Bordwänden liegt, sondern ziehen es vor, auf der Ladefläche direkt zu sitzen. Das erscheint uns sicherer. Die Fahrt zum Hafen dauert nicht lange. Als wir ankommen herrscht schon rege Betriebsamkeit. Es sind schon viele Leute da und auch Fracht wird be- und entladen.



Wir kaufen uns die Tickets am Kiosk beim Parkplatz. Die Tickets werden auf den Namen ausgestellt. Der Mann am Schalter sagt uns, nachdem er uns die Tickets gegeben hat, dass wir geradewegs auf das Schiff gehen können. Es ist eine alte und im Ladebereich verdreckte Fähre auf die wir da gehen. Überall stehen Fahrzeuge, Kontainer und diverse Fracht, die auf die Hauptinsel gebracht werden. Für die Passagiere gibt es im Obergeschoß ein geschlossenes und darüber noch ein offenes Freideck.


Wir gehen ganz nach oben an die frische Luft aufs Freideck. Dort sind reihum und in der Mitte Holzbänke montiert. Sehr hart und ungemütlich. Es sind ausschließlich einheimische an Bord. Manche haben es sich auf dem Fußboden so gemütlich wie möglich gemacht und schlafen. Es ist bewundernswert, wie tief manche Leute unter solchen Bedingungen schlafen können. Dazu gehört wohl auch einige Routine. Wir suchen uns unsere Plätze zunächst an der Reeling. Nachdem es leicht zu nieseln beginnt, wechseln wir in die Mitte des Decks. Platz ist noch genug. Die Fähre ist nicht überfüllt.

Um 4:37 Uhr legen wir, zu unserer großen Verwunderung, vor der geplanten Abfahrtszeit um 5:00 Uhr, bereits ab. Gut dass wir so frühzeitig da waren. Es ist noch stockdunkel als wir aus dem Hafen fahren. Nach kurzer Fahrzeit haben wir das offene Meer erreicht und das Schiff beginnt auf den Wellen zu schwanken. So rollen wir durch das Dunkel dem Morgen entgegen.


Nach gut 2 Stunden Fahrzeit beginnt es hinter uns zu dämmern und wir erreichen kurz nach Sonnenaufgang um halb acht den Hafen von Nuku’Alofa.

Nachdem wir von Bord gegangen sind, verabschieden wir uns von Reiner und Steffen.

Wir gehen zu Fuß ein paar hundert Meter zur FAB Autovermietung, um uns einen Wagen zu holen. Das geht relativ rasch und höchst unbürokratisch. Wir sagen wie lange wir den Wagen ungefähr brauchen werden und erhalten einfach den Schlüssel. Als Gast im Blue Banana Resort genießt man hier vollstes Vertrauen.

Der erste Weg führt uns ins “Friends” zum Frühstück. “Eggs Benedikt” Heidis Lieblingsfrühstück und mit Speck statt Lachs bei mir auch ganz beliebt.

Dann kaufen wir noch ein paar Lebensmittel ein und fahren zum Blue Banana.



Dort bekommen wir diesmal das so genannte “Tree House”. Eine wunderbare Hütte, etwas erhöht mit schönem Blick auf das Meer. WC und Duschen sind über den Garten zu erreichen. Wir richten uns ein, ich gehe mich duschen und dann machen wir eine kleine Pause.




Erwin Pönitz und Ingrid Schindler haben sich per e-mail gemeldet. Sie sind derzeit auf der Überfahrt von Neuseeland nach Tonga. Wir haben Ihre Position täglich auf ihrer Homepage mitverfolgt und warten schon gespannt auf Ihre Ankunft. Sie werden am Donnerstag Morgen in Nuku’Alofa ankommen. Von unserem Strand vor der Unterkunft könnten wir sie vorbeifahren segeln sehen sagt Chris.

Um 13 Uhr fahren wir dann zurück nach Nuku’Alofa. Wir wollen bei der Real Tonga, der nationalen Fluglinie, einen Weiterflug von den nördlichen Tongainseln buchen, wenn wir das Segelboot verlassen. Danach fahren wir in das Hafengebiet und suchen die Anlegestelle für das Fährboot auf die Insel Pangainmotu wo sich Big Mamas Yachtclub befindet, bei dem Erwin und Ingrid anlegen werden. Die Informationslage bei den Einheimischen ist dürftig. Keiner scheint den Yachtclub zu kennen. Von Abfahrtszeiten der Fähre oder dem Abfahrtsort gar nicht erst zu reden. Wir fragen uns weiter durch und kommen so nach und nach fast an unser Ziel. Wir finden zunächst niemanden, der uns zuverlässig Auskunft geben kann. Wir wollen im Lokal davor, dem “Ngutulai” fragen und gehen hinein. Das sieht nett aus und wir setzen uns an einen Tisch und bestellen uns jeder ein herrliches Fischgericht. Auf diese Weise gestärkt und mit der Information der Kellnerin, dass die Fähren von der Mohle hinter dem Lokal ablegen, gehen wir auf die Suche nach den Abfahrtszeiten. Im Wartebereich unter den Dächern treffen wir einen Mann, der uns bestätigt, dass die Fähre hier ablegt, aber die Auskunft zu den Abfahrtszeiten ist eher unbestimmt. Wir bedanken uns freundlich, verlassen uns aber nicht auf die Auskunft und werden morgen am Vormittag da sein, um das zu überprüfen und gegebenenfalls beim Fährpersonal zu verifizieren.

Im Hafen steht ein großes Segelschiff. Das wollen wir uns näher ansehen. Wir fahren die Straße hinaus zum Anlegesteg, der mit einem Schranken abgesperrt, einem Zaun umgeben ist und überwacht wird. Das Schiff liegt in der Einklarierungszone. Wir dürfen nicht näher heran. Wir betrachten es eine Weile aus der Entfernung und gehen dann wieder zum Wagen.

Den Abend verbringen wir im Blue Banana mit einem fast unwirklichen Sonnenuntergang wie auf einem Bild von Gauermann.






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